Akupunktur

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist ein über 2.000 Jahre altes, ganzheitliches Heilverfahren. In dieser Lehre werden Körper, Geist und Seele als Einheit gesehen und auch entsprechend gemeinsam behandelt. Die Akupunktur stellt eine Säule der TCM dar und kann dabei unterstützen wieder in ein Gleichgewicht zu kommen. 

Für mich ist die Psychiatrie ein sehr ganzheitliches Fach, ebenso wie die traditionelle chinesische Medizin. Daher sehe ich beide als ideale Ergänzung zueinander.

In der TCM sind Emotionen eng mit körperlichen Vorgängen verbunden und sie beeinflussen sich gegenseitig.
So sind einzelne Emotionen verschiedenen Köpersystemen zugeordnet, die miteinander in Verbindung stehen und oft gemeinsam reagieren, wenn etwas aus dem Gleichgewicht gerät.

In der Behandlung kann man sich den gegenseitigen Einfluss auch zur Besserung der Symptome zunutze machen. Daher eignet sich die Akupunktur besonders zur Unterstützung bei psychosomatischen Störungen, wie z.B.: Schlafstörungen, Ängstlichkeit, Erschöpfungssyndrom, innere Unruhe, funktionelle Herzbeschwerden oder funktionellen Magen-Darm-Beschwerden. 

Wichtig hierbei ist auch die Abklärung der vorliegenden Symptome mittels der westlichen Medizin. Eine parallele Behandlung durch westliche Medizin (auch medikamentös) und TCM können sich hierbei sinnvoll ergänzen.

Der Wirkmechanismus der Akupunktur konnte bisher noch nicht vollständig erklärt werden - es zeigte sich jedoch, dass es bei der Akupunktur zu Ausschüttung von diversen Neurotransmittern kommt. Darunter u.a. körpereigene Endorphine, die schmerzstillend und beruhigend wirken.

Die Akupunktur kann das vegetative Nervensystem regulieren und auch hormonelle Prozesse beeinflussen, z.B. die HPA-Achse, die für die Cortisol-Produktion zuständig ist. Diese HPA-Achse reguliert die Stressreaktion des Körpers und spielt eine Rolle in Schlafstörungen, Depressionen, Stoffwechselproblemen und Entzündungsprozessen. Weiters haben sich diverse regulierende Wirkungen auf das Immunsystem durch die Akupunktur gezeigt.


Optimalerweise lassen sich auch psychische Prozesse, z.B. in einer Psychotherapie, mit der Akupunktur begleiten. Sie kann aber auch bei anderen körperlichen Beschwerden helfen - das lässt sich gut im Erstgespräch klären. 

Ablauf

Am Anfang steht eine ausführlichen Anamnese mit anschließender Puls- und Zungendiagnostik. Auf Basis dieser erfolgt die chinesische Diagnosestellung, die neben den aktuellen Beschwerden auch die Grundkonstitution, medizinische Vorgeschichte und aktuelle Lebensumstände mit einschließt.

Die Behandlung ist individuell auf die Person abgestimmt. Die Anzahl der Nadeln und Dauer der Behandlung hängt vom Krankheitsbild ab.
Die Nadeln bleiben meist 25-30 Min im Körper, in dieser Zeit kommt es zu einer Entspannungsreaktion den Körpers.
Obwohl oft nach der ersten Behandlung bereits beruhigende Effekte zu spüren sind, ist erst die regelmäßige Durchführung länger anhaltend wirksam. 

Vor der Behandlung ist es empfehlenswert, genug getrunken und auch gegessen zu haben, jedoch sollte man auf schwere Mahlzeiten verzichten.

Nach der Behandlung wird empfohlen den Rest des Tages kein intensives Programm zu planen um dem Körper Zeit für die Regulation zu geben und ausreichend zu trinken.